Naturheilverfahren

In der Naturheilkunde geht es im Gegensatz zur Schulmedizin, die analysierend vorgeht, um eine ganzheitliche Betrachtung. So betrachtet ist das Vorgehen in der Naturheilkunde synthetisch, d.h. einzelne Beschwerdepunkte werden ins Verhältnis zum großen Ganzen gesetzt und gebietsübergreifend betrachtet und behandelt. Das bei der Schulmedizin angewandte analytische Vorgehen widmet sich im Gegenteil der detaillierten Betrachtung einzelner Beschwerden bis hinab auf die molekulare Ebene. Aus diesem Grunde kennt die Schulmedizin auch Spezialsierungen, z.B. Internisten für die inneren Organe, Orthopäden für den Bewegungsapparat, Onkologen für Karzinomerkrankungen etc. Bei den Naturheilverfahren wird das Vorgehen umgekehrt.

Vor allem mit Mitteln aus der Natur wird den Beschwerden des Patienten zu Leibe gerückt. Man nutzt die Heilkraft des Wassers, wie es Pfarrer Sebastian Kneipp vor über 150 Jahren angeraten hatte, setzt den Körper Wechselwirkungen aus, nutzt die Wirkung natürlich vorkommender und chemisch nicht veränderter Pflanzen und regt den Körper zu seinen Selbstheilungskräften an. Hierbei wirken Diäten genauso unterstützend wie der zeitweilige Verzicht auf Nahrungszufuhr in Form des Heilfastens. Durch gezielte Bewegungen sollen die Vitalfunktionen des Körpers angeregt werden und durch das Hinführen zu einer geordneten Lebensführung in Balance das innere Gleichgewicht wieder hergestellt werden.

Naturheilverfahren stehen seitens der Schulmedizin gerne unter dem Generalverdacht der Wirkungslosigkeit, was aber falsch ist. Das Problem der mangelnden wissenschaftlichen Anerkennung von Naturheilverfahren ist ein Messproblem bzw. ein wissenschaftstheoretisches Problem. Als wissenschaftlich gesichert gilt, was gemessen bzw. wessen Wirkung in unmittelbarem Zusammenhang zum Auslöser gesehen werden kann. Bei den Naturheilverfahren tritt eine Wirkung allerdings auch manchmal zeitversetzt ein, weswegen ein kausaler Zusammenhang zur auslösenden Behandlung zwar wahrscheinlich ist, aber nicht mit Sicherheit bescheinigt werden kann. Nur aus diesem Grunde fehlt die wissenschaftliche Anerkennung, die von der exakten Zuordnung von Ursache und Wirkung abhängig ist.

Am besten ist es, wenn Menschen sich präventiv zur Gesunderhaltung ihres Organismus der Naturheilverfahren bedienen, damit sie gar nicht erst krank werden. Im Falle einer Krankheit aber sollte man auf die Erfahrungen der Schulmedizin nicht ganz verzichten, sondern zum eigenen Wohle eine sinnvolle Kombination beider Methoden anstreben.

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